Einfach aber trotzdem gemütlich

Die größte Kritik am Minimalismus ist, dass er steril, kalt und ungemütlich ist. Ich muss an dieser Stelle klarstellen, dass ich auch weit davon entfernt bin, eine minimalistische Einrichtung zu haben oder haben zu wollen. Langfristig möchte ich persönlich aber dahin kommen, dass einfach weniger Unnötiges rumsteht und alles seinen Platz hat. Und es stimmt, es besteht die Gefahr dass im Rausch des Ausmistens die Wärme in unserem Zuhause verloren geht.

Ich möchte natürlich nicht, dass es in einer Wohnung an Persönlichkeit und Wohlfühl-Atmosphäre mangelt. Oft stehe ich auch vor dieser Aufgabe, wenn ich für Kunden eine Wohnung komplett neu einrichte.

Mehr Behaglichkeit ist keine Frage von mehr Kram!

Wie schafft man Behaglichkeit ohne einen Raum zu überladen und vollzuramschen? Hier gewähre ich einen exklusiven Einblick in meine Trickkiste:

1. Natürliche Materialien

Statten Sie Ihr Zuhause mit Holz, Wolle und Naturfasern aus. Ein toller Holzfussboden, ein Schaffell auf ihrem Lieblingssessel, eine grob gestrickte Wolldecke, das sind Dinge, die einem Raum Wärme geben. Eine Einrichtung die nur aus Glass, Metall, lackierten Oberflächen und Kunststoff besteht, wirkt steril.

Interior styling Sofa

2. Verschiedene Oberflächen

Spielen Sie bei ihren Möbeln und funktionalen Gegenständen mit unterschiedlichen Materialien und Oberflächen und erzeugen so Spannung. Inszenieren Sie eine Glasvase auf einem Metalltablett, suchen Sie Kissenbezüge oder Polsterstoffe aus, die eine grobe Struktur haben. Kombinieren Sie glatte Stoffe mit grobem Strick, rauhen Stein mit glattem Metall, Naturholz mit Hochglanzlack.

3. Holen Sie sich die Natur ins Haus

Dekorieren Sie ihr Zuhause mit Fundstücken aus der Natur. Ein paar Zapfen, einige Steine, ein paar echte Kräuter in der Küche oder ein schöner Zweig in einer schlichten Vase bringen Atmosphäre ins Haus.  Aber Achtung!!! Nicht übertreiben!

Distel in Vase

4. Beleuchtung

In Zeiten von Energiesparlampen gelingt es vielen Menschen nicht, ihr Zuhause stimmungsvoll zu beleuchten.

Hier mein Rat: Achten Sie darauf, dass es mehrere Lichtquellen im Raum gibt. Ein Raum der nur von einer einzigen hellen Deckenleuchte ausgeleuchtet wird, wirkt immer ungemütlich. Positionieren Sie immer zusätzliche Akzentleuchten (Tisch- oder Bodenlampen oder ein Klemmspot) in mindesten zwei Zimmerecken. Diese sollten das Licht nach unten oder seitlich abstrahlen – keine Deckenfluter.

Zusätzlich schaffen Kerzen Atmosphäre. Sie haben bestimmt ein paar schöne Gefäße, die mit Teelichtern zu dekorativen Windlichtern werden.

5. Farbe

Obwohl ich ein großer Fan von weißen Wänden bin, bin ich immer wieder beeindruckt, wieviel wärmer ein Raum wirkt, wenn man ihn in einem etwas abgetönten Weiß streicht, z.B. Farrow & Ball, Little Green, Annie Sloane haben ganz tolle Off-White-Töne.
Die Decke sollte man dazu in einem knackigen Schneeweiß streichen, dann bleibt es schön hell im Raum und man sieht besser, dass die Wände abgetönt sind. (Kleiner Trick von meinem Maler: die oberen 2 cm der Wand auch in der weißen Deckenfarbe streichen.)
Auch mit einer einzelnen Akzentwand in einer anderen Farbe kann man einem Raum Atmosphäre geben.

Wie Sie die richtige Wandfarbe für sich finden, lesen Sie hier.

6. Vintage, Flohmarktfunde und Recycling

Nicht nur is es ökologisch gesehen besser auf Vintage oder Recycling zu setzen, es verleiht Ihrer Einrichtung auch mehr Charme, Patina und Geschichte. Ein Silbertablett von der Oma, eine Holzschale vom Flohmarkt, alte Stoff-Servietten – das sind Dinge, die Persönlichkeit schaffen und einem Zuhause die Sterilität nehmen. Benutzen Sie alte Weinkisten als Bücherregal oder Beistelltisch, Flaschen als Vasen…

7. Glasbehälter

Verwenden Sie Weckgläser oder andere gläserne Behälter zur Aufbewahrung. Ein Bord in der Küche mit Gläsern voller Pasta, Müsli oder Bohnen ist funktional und sieht 1000mal schöner aus als ein Bord mit Originalpackungen.

Stifte, Büroklammern, Pinsel, Klebebänder – Auf dem Schreibtisch oder in der Bastelecke sorgen Gläser für Ordnung und sie können schnell alles wiederfinden.

Auch im Bad lassen sich Wattebäusche, Wattestäbchen und Seifen hygienisch und dekorativ in Glasbehältern verstauen und geben dem Bad eine Spa-Atmosphäre.

 

8. Dekoration/ Persönliche Gegenstände

Dekorieren Sie lieber mit “echten Sachen” –  eigene Kunst, ein dekoratives Kleidungsstück, ein schöner Gebrauchsgegenstand oder einige wenige Fundstücke vom letzten Spaziergang sind 1000mal schöner als seelenlose Dekorationsartikeln aus dem Handel, zu denen Sie keinen wirklichen Bezug haben.

Am wichtigsten finde ich: Wenn Sie nach einem langen Tag nach Hause kommen, sollte Ihr Zuhause Sie glücklich machen und nicht stressen.

Alles Liebe.

Ihre Imke Laux

 

 

 

Einfach leben – Teil 3: Wie bleibt es gemütlich?
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